Peter Hoeg - Der Susan-Effekt

Der Susan-Effekt: Roman - Peter Hoeg, Peter Urban-Halle

as habe ich "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" gehasst. Kein Buch des Autors kam mir mehr ins Haus. Aber irgendwie hat mich "Der Susan-Effekt" angemacht und ich hielt es für Zeit, dem Autor nochmal eine Chance zu geben.

Was soll ich sagen. Spaß gemacht hat mir dieses Buch über diese exzentrische Familie, die sich plötzlich genötigt fühlt, eine Verschwörung aufzudecken. Mir hat vor allem die Sprache gefallen, die Ironie, der Witz, der Blick fürs Wahnwitzige. Zugleich war diese Sprache aber auch das Handicap an diesem Buch. Denn sie ist der Hauptdarsteller. Die Story ist irgendwie nicht nur unsinnig sondern auch unwichtig. Sie ist weder spannend noch besonders tiefsinnig. Dem Autor kommt es mehr darauf an, ungewöhnlich zu formulieren als uns Lesern etwas genauer zu erklären, worum es eigentlich geht. Spannung fehlte mir persönlich auch. Nachdem ich nach ca. der Hälfte des Buches ein wenig Ermüdungserscheinungen hatte von der Schreibweise, überlegte ich sogar, abzubrechen, da mich die Story nicht wirklich fesselte und ich, wie gesagt, auch langsam übersättigt war vom Schreibstil. Nunja, ich habe weitergelesen und das Buch beendet.

"Der Susan-Effekt" ist ein ambivalentes Buch für mich. Einerseits hat es mir Spaß gemacht, andererseits ist es völlig unglaubwürdig, besonders bei seinen Hauptfiguren. Diese Familie ist zu bizarr um auch nur annähernd real zu wirken. Susan ist einerseits Wissenschaftlerin aber auch Hausfrau mit Brotbackambitionen. Zudem mag sie Männer, was aber irgendwie erst sehr süät überhaupt mal in der Story behandelt wird. Sie wirkt als Figur sehr unrund, im Gegensatz zu ihrem Mann Laban. Aber egal. Auch mich hätte interessiert, was denn in Indien vorgefallen war, so im einzelnen. Die Story klingt interessanter als der bizarre Originalplot.

Es fälllt mir schwer, das Buch abschließend zu bewerten. Es ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Aber ich glaube, ich werde kein weiteres Buch des Autors lesen. Irgendwie bin ich bei ihm verkehrt.